Todgesagte leben länger – dieses Sprichwort scheint sich derzeit für das Netzwerk Myspace zu bewahrheiten. Schon seit Anfang des Jahres zeichnete sich ein Aufwärtstrend ab: Seit Dezember konnte Myspace rund eine Million neue Nutzer dazu gewinnen.
(14.02.2012) Bis zur Jahrtausendwende galt Myspace als beliebtestes Netzwerk im Internet. Es durfte sich sogar als "weltgrößtes soziales Netzwerk" bezeichnen. Vor allem Musiker nutzten die Plattform um sich und ihre Musik zu präsentieren und mit ihren Fans zu kommunizieren. Diese glorreichen Zeiten schienen vorbei, als Facebook die Bühne des World Wide Web betrat.
In den Jahren 2010 und 2011 brachen Myspace dann schließlich die Mitglieder im großen Stil weg. Während es Anfang 2010 noch 95 Millionen aktive Nutzer gab, sanken die Zahlen 2011 auf rund 35 Millionen User. Spätestens nun war klar, dass etwas passieren musste. Myspace schien am Ende.
Der Retter in der Not
Im Juni 2011 erschien dann unverhofft ein möglicher Retter auf der Bildfläche. Popstar Justin Timberlake zeigte Interesse an dem einstigen Netzwerk-Riesen und kaufte es dem Medienmogul Rupert Murdoch für einen Spottpreis von 35 Millionen Dollar ab. Dieser hatte sechs Jahre zuvor noch 580 Millionen Dollar für Myspace hingelegt.
Ein weiterer genialer Schachzug auf dem Weg zurück zum Erfolg ist eine vermehrte Integration von Facebook. Myspace-User können sich ganz einfach mit ihrem Facebook-Account anmelden. Damit öffnet sich das Netzwerk für über 850 Millionen potenzielle Nutzer. Und auch Twitter soll vermehrt integriert werden.
Die Strategie scheint aufgegangen zu sein. Seit Dezember konnte Myspace rund eine Million neue Mitglieder dazu gewinnen. Dabei sieht sich Myspace längst nicht mehr als direkter Konkurrent zu Facebook. Laut Vanderhook wolle es sich "als Kanal für Musik und weitere Formen des Entertainments, die mit und durch andere Netzwerke geteilt werden können" etablieren.
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