Alles nur gespielt?Scripted Reality Formate haben großen Erfolg. Egal ob "Schwiegertochter gesucht" oder "Mitten im Leben" - diese pseudo-realen Serien nach Drehbuch sind sehr beliebt und erreichen hohe Einschaltquoten.
(02.11.2011) Am vergangenen Wochenende haben rund 5,39 Millionen Menschen die Reality Serie "Schwiegertochter gesucht" gesehen. Fragt man in seinem Freundes- und Bekanntenkreis herum, findet man wahrscheinlich wenige, die zugeben die Sendung wirklich angeschaut zu haben. Keiner gibt es zu und doch tun es alle: Trash-TV ist IN im deutschen Fernsehen. Wir schauen deshalb mal genauer hin und fragen "Was ist echt, wer fällt darauf rein und warum sind diese TV-Formate so beliebt?"
Wir sprechen unter anderem mit Prof. Bernhard Pörksen. Er ist Professor für Medienwissenschaft an der Uni Tübingen und kennt sich mit dem Thema "gedopte Realität" richtig gut aus. Er erklärt, wieviel bei den Sendungen wirklich gescripted ist und was die Faszination solcher Formate ausmacht.

Was ist Scripted Reality?
Laut Definition sind Scripted Reality Formate Pseudo-Dokumentationen, die nach einem Drehbuch und mit gecasteten Darstellern produziert werden. Die Themen sind vermeintlich aus dem Alltag gegriffen und sollen für den Zuschauer echt wirken. Dabei sind sie aber meistens überspitzt und hochdramatisch dargestellt. Viele Zuschauer glauben jedoch an die Echtheit der Sendungen. Dieser Irrtum ist gewollt: Die Macher von Scripted Reality Formaten halten die Transparanez ihrer Sendungen gering. Oft gibt es nur kleine Hinweise auf die Fiktivität am Anfang und Ende der Sendung, die leicht übersehen werden können.
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