Künftig sollen Kinderlose, die älter als 24 sind, ein Prozent ihres Gehaltes als Sonderabgabe zahlen. Zumindest wenn es nach der Jungen Union geht. Damit sollen Sozialkassen gefüllt und die Bildung unterstützt werden. Familienministerin Kristina Schröder lehnt den Vorschlag ab.
(14.02.2012) Wer älter als 24 ist und noch keine Kinder hat, solll zukünftig ein Prozent seines Einkommens als Strafe zahlen. Das fordern zumindest Bundestagsabgeordnete der Jungen Union. Marco Wanderwitz, Sprecher der Jungen Gruppe in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat der "Mitteldeutschen Zeitung" in einem Interview gesagt, dass die Abgeordneten eine diesbezügliche Verfassungsänderung durchsetzen wollen.
Laut dem 36-Jährigen funktioniert das deutsche Sozialsystem nicht, wenn zu wenige Kinder geboren werden. Durch die Sonderabgabe der Steuerzahler ohne Kinder sollen Sozialkassen gefüllt, die Bildung unterstützt und die Infrastruktur gefördert werden.
Anreize statt Abschreckung
Familienministerin Kristina Schröder (CDU) zeigte sich von dem Vorschlag nicht begeistert. Der Tageszeitung "Die Welt" sagte sie: "Ich finde es vernünftiger, Kinderwünsche zu befördern statt Kinderlosigkeit zu bestrafen. Der Weg hin zu funktionierenden Kinderkomponenten in den sozialen Sicherungssystemen muss über Anreize führen und nicht über Abschreckung."
Bayerns Familien-Ministerin Christine Haderthauer (CSU) sieht das anders. Im "Welt"-Interview sprach sie von einer "Gerechtigkeitslücke zwischen Menschen mit und ohne Kindern." Menschen die Kinder haben dürften nicht mit den selben Abgaben belastet werden, wie Menschen ohne Kinder.
Kollegengespräch mit 103.7 UnserDing Redakteurin Melanie Bröcker
(14.02.2012, Länge: 1:28 Minuten)
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